Offshore zeigt eine Auswahl der performativen, ortspezifischen Werke der litauischen Künstlerin Patricija Gilyte, in denen es um Zirkulation und Transformation von Energie, Licht und Sauerstoff geht.

 

In den Kunstprojekten von Patricija Gilyte kommen Materialien zum Einsatz, welche die Künstlerin zu einem geringen Anschaffungswert bezieht, wie Teelichter oder Würfelzucker, und deren Wert durch Vervielfachung und zeitaufwendige performative Produktionsprozesse exponentiell gesteigert wird. In Stop-Motion-Animationen kamen beispielsweise in Linz 4116 oder in Klaipėda 7392 Teelichter zum Einsatz; für die Würfelzuckerreliefs (Würfelzuckerstiche) werden durchschnittlich 40 - 60 kg Würfelzucker verwendet. Nach Berechnung der Künstlerin werden mindestens 24 Minuten pro 500 g benötigt. Die Menge der Teelichter kann gesteigert werden, nicht die Brenndauer des einzelnen Teelichts, die auf ca. 4 Stunden limitiert ist. Durch die digitale Aufzeichnung werden die Teelichter-Animationen medial uneingeschränkt verfügbar.

 

Eine weitere Werkgruppe bilden temporäre Rauminstallationen aus Fichtennadeln, die von der Künstlerin in großen Mengen gesammelt und zu neo-geographischen Ortsdarstellungen (Überdeckung des Kantonreliefs St. Gallen, Schlachtfeld bei Tannenberg/ Grunwald) oder zeitbasierten Skulpturen verarbeitet werden. Den Wert einer einzelnen Fichtennadel bestimmt die Künstlerin in Anspielung an die althergebrachte Technik des Kupferstichs und sticht eine goldene Fichtennadel durch ihre mithilfe trockener Fichtennadeln erzeugte Tuschezeichnung durch (Serie »YOU ARE HERE«).